Gästeblog: Fokussierung der CSR-Aktivitäten auf „Das Wesentliche“

Die gesellschaftliche und betriebswirtschaftliche Bedeutung von Corporate Social Responsibility wächst. Die Stakeholder interessieren sich heutzutage ganz besonders für die Förderung des sozialen und wirtschaftlichen Wohlstandes, den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und die Ethik von Unternehmen.  Diese agieren nicht getrennt von  der Gesellschaft, sondern müssen die Veränderungen in ihrem Geschäftsumfeld verfolgen und fortlaufend die Erwartungen der Stakeholder wahrnehmen.

Erweiterte Sorgfaltspflichten

Unternehmen haben rechtlich eine sehr weit gefasste Sorgfaltspflicht hinsichtlich ihrer Tätigkeiten, deren Auswirkungen und der Übernahme von Verantwortung. Die Sorgfaltspflicht reicht vom Gebrauch der Güter und Dienstleistungen bis hin zur Transparenz der Lieferkette. Es ist nicht ausreichend, dass zum Beispiel die Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb in Ordnung sind. Ein verantwortungsvolles Unternehmen weiß auch über die Arbeitskonditionen seiner Vertragspartner Bescheid und trifft seine Entscheidungen auf der Basis dieser Informationen.

Messen als Herausforderung

Wenn man Auswirkungen auf das Geschäft bewerten möchte, muss man Zusammenhänge erfassen und diese messen. Dafür benötigt man Geschäftsanalysen, Ziele, KPIs und Kontrollmechanismen, die  direkt mit der Strategie und der Verantwortung des Managements gekoppelt sind.

Die Entwicklung des Messens in Hinsicht auf Sustainability ist notwendig, damit die Wirkung der CSR-Aktivitäten  auf den betriebswirtschaftliche Nutzen, bzw. den wirtschaftlich langfristigen Erfolg bewertet werden kann.

Hilfe aus den Richtlinien

Die CSR-Richtlinien helfen den Unternehmen, die unterschiedlichen Sustainability-Themenbereiche hinsichtlich ihrer Relevanz für das eigene Unternehmen  wahrzunehmen, diese zu messen und transparent zu kommunizieren.  Die Global Reporting Initiative (GRI), die zentrale, internationale CSR-Richtlinie, hat seit dem Jahr 2000 maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Reporting-Praxis gehabt. Im Mai 2013 erschien die neueste Version (GRI-G4) unter Berücksichtigung von Änderungen  internationaler Verantwortlichkeiten. Des Weiteren wurde die Entwicklung von gesellschaftlichen, bzw. Stakeholder-Erwartungen in der Reporting-Richtlinie berücksichtigt und ergänzt.

Das wichtigste Detail in der neuen GRI-Richtlinie ist die verstärkte Fokussierung auf das Wesentliche  als Grundlage der Berichterstattung. Der Schwerpunkt liegt nicht in der Anzahl der benutzten Indikatoren, sondern in  der Qualität der definierten Themen und dem Mehrwert der gelieferten Informationen für die Stakeholder.

Die CSR-Wirkung ist in der letzten Zeile der Gewinn- und Verlustrechnung  zu sehen

CSR ist im besten Falle ein Teil der Strategie, der langfristigen Geschäftsentwicklung und der Innovations- und Administrationsprozesse. Die Wirkung ist in der letzten Zeile der Gewinn- und Verlustrechnung  abzulesen. Ein gesamtheitlicher Ansatz für CSR verbessert das Geschäftsergebnis, legt die Grundlage für die langfristige Rentabilität  und die Fähigkeit des Unternehmens, Mehrwert zu schaffen. Um diese Werteentwicklung  messen zu können, wird gerade ein Modell des sogenannten „Integrierten Reportings“ entwickelt. Dabei ist das Integrieren von CSR und der Auswirkung auf das Geschäft in die Berichterstattung wichtig. Das Format der Jahresabschlüsse ist gut geeignet, CSR-Informationen zu kommunizieren.

Vorhandene und gut funktionierende Reportingsysteme sollten genutzt werden, wenn  Unternehmen beabsichtigen, die neuen Themen zu bewerten und darüber zu informieren. Damit dies funktionieren kann, müssen  Informationen und deren Korrektheit als Prozess klar standardisiert und eine Überwachung des Prozesses gewährleistet sein.

Schaffe standardisierte Prozesse

Es ist zu erwarten, dass in der Zukunft ein gemeinsames Minimum für das CSR-Reporting und -Prozesse festgelegt wird. Es ist aber zum Vorteil jedes Unternehmens, auch weiterhin sicherzustellen, dass zusätzlich über alle für das Geschäft und die Stakeholder wesentlichen CSR-Themen transparent berichtet wird.

Die Herausforderung der CSR-Richtlinien liegt in der Komplexität von Corporate Social Responsibility. Die wesentlichen Themen ändern sich je nach Geschäftsbereich, Branche und geographischer Lage. Es ist leicht, in der CSR-Arbeit in Details und Indikatoren die Übersicht zu verlieren. Bevor man in die Details geht, müssen über einen standardisierten Prozess die wesentlichen Themen definiert werden. So wird sichergestellt, dass man sich in der CSR-Arbeit und im Reporting auf die richtigen Themen  konzentriert.

Mikael Niskala

Mikael Niskala ist einer der Gründer der Firma Mitopro, die sich mit den Geschäftsauswirkungen von CSR beschäftigt. Er arbeitet dort als Senior Advisor. Als Betriebswirt hat Mikael immer daran gearbeitet, die CSR-Aktivitäten eines Unternehmens und dessen betriebswirtschaftlichen Erfolg über konkrete Ziele, Ergebnisse und Tools pragmatisch miteinander zu verknüpfen. Weitere Infos: www.mitopro.fi

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